Der Paarreim mit Beispielen.


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Der Paarreim - Beispiele

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Paarreim - Beispiele

 

Wilhelm Busch - Paarreim Beispiele
Abschied

Die Bäume hören auf zu blühn,
Mein Schatz will in die Fremde ziehn;
Mein Schatz, der sprach ein bittres Wort:
Du bleibst nun hier, aber ich muss fort.

Leb wohl, mein Schatz, ich bleib dir treu,
Wo du auch bist, wo ich auch sei.
Bei Regen und bei Sonnenschein,
Solang ich lebe, gedenk ich dein.

Solang ich lebe, lieb ich dich,
Und wenn ich sterbe, bet für mich,
Und wenn du kommst zu meinem Grab,
So denk, dass ich dich geliebet hab.


Wilhelm Busch - Paarreim Beispiele
Bewaffneter Friede

Ganz unverhofft an einem Hügel
sind sich begegnet Fuchs und Igel.
Halt, rief der Fuchs, du Bösewicht!
Kennst du des Königs Ordre nicht?
Ist nicht der Friede längst verkündigt,
und weißt du nicht, dass jeder sündigt,
der immer noch gerüstet geht?
Im Namen seiner Majestät,
geh her und übergib dein Fell,
Der Igel sprach: Nur nicht so schnell.
Lass dir erst deine Zähne brechen,
dann wollen wir uns weiter sprechen!
Und allsogleich macht er sich rund,
schließt seinen dichten Stachelbund
und trotzt getrost der ganzen Welt,
bewaffnet, doch als Friedensheld.

Heinrich Heine - Paarreim Beispiele
Die Wanderratten

Es gibt zwei Sorten Ratten:
Die hungrigen und satten.
Die satten bleiben vergnügt zu Haus,
Die hungrigen aber wandern aus.

Sie wandern viele tausend Meilen,
Ganz ohne Rasten und Weilen,
Gradaus in ihrem grimmigen Lauf,
Nicht Wind noch Wetter hält sie auf.

Sie klimmen wohl über die Höhen,
Sie schwimmen wohl durch die Seen;
Gar manche ersäuft oder bricht das Genick,
Die Lebenden lassen die Toten zurück.

Es haben diese Käuze
Gar fürchterliche Schnäuze;
Sie tragen die Köpfe geschoren egal,
Ganz radikal, ganz rattenkahl.

Die radikale Rotte
Weiß nichts von einem Gotte.
Sie lassen nicht taufen ihre Brut,
Die Weiber sind Gemeindegut.

Der sinnliche Rattenhaufen,
Er will nur fressen und saufen,
Er denkt nicht, während er säuft und frisst,
Dass unsre Seele unsterblich ist.

So eine wilde Ratze,
Die fürchtet nicht Hölle, nicht Katze;
Sie hat kein Gut, sie hat kein Geld
Und wünscht aufs neue zu teilen die Welt.

Die Wanderratten, o wehe!
Sie sind schon in der Nähe.
Sie rücken heran, ich höre schon
Ihr Pfeifen - die Zahl ist Legion.

O wehe! Wir sind verloren,
Sie sind schon vor den Toren!
Der Bürgermeister und Senat,
Sie schütteln die Köpfe, und keiner weiß Rat.

Die Bürgerschaft greift zu den Waffen,
Die Glocken läuten die Pfaffen.
Gefährdet ist das Palladium
Des sittlichen Staats, das Eigentum.

Nicht Glockengeläute, nicht Pfaffengebete,
Nicht hochwohlweise Senatsdekrete,
Auch nicht Kanonen, viel Hundertpfünder,
Sie helfen Euch heute, Ihr lieben Kinder!

Heut helfen Euch nicht die Wortgespinste
Der abgelebten Redekünste.
Man fängt nicht Ratten mit Syllogismen,
Sie springen über die feinsten Sophismen.

Im hungrigen Magen Eingang finden
Nur Suppenlogik mit Knödelgründen,
Nur Argumente von Rinderbraten,
Begleitet mit Göttinger Wurst-Zitaten.

Ein schweigender Stockfisch, in Butter gesotten,
Behaget den radikalen Rotten
Viel besser als ein Mirabeau
Und alle Redner seit Cicero.

 

 

Weiterführende Links zum Thema Gedichtinterpretation:

 Gedichtinterpretation - Gedichte interpretieren

 

Gedichtinterpretation mit Aufbau / Gedichte interpretieren

 

A. Einleitung

Autor, Titel, Gedichtart (z. Bsp. Ballade, ...) Epoche, Datum der Entstehung, Thema des Gedichts, erster Eindruck

B. Hauptteil (Analyse und Deutung) der Gedichtinterpretation

Inhalt

Thema des Gedichtes, Inhalt, Bedeutung des Titels, das lyrische Ich

Form

Aufbau von Versen und Strophen, Reimschema und Reime, Bedeutung von Änderungen im Reim. Das Metrum.

Sprache

Sprache, Satzbau, Wortwahl und Schlüsselwörter, besondere Wortarten, rhetorische Figuren, Gefühle, die die Sprache auslöst, Zeitformen im Gedicht

C. Schlussteil der Gedichtinterpretation

Wirkung des Gedichts, Aussage des Gedichts, Bedeutung für die Gegenwart, unbeantwortete Fragen

 

Reime - Reimschema

 

Bei einem Paarreim reimt sich erst die jeweils nächste Zeile.

Bei einem Kreuzreim reimt sich erst die jeweils übernächste Zeile.

 
         Paarreim a, a, b, b,
         Kreuzreim a, b, a, b,
         Umarmender Reim a, b, b, a,
         Schweifreim a, a, b, c, c, b,
         Binnenreim a a

 

Das Metrum

Jambus

Der Jambus besteht aus einem zweisilbigen Versfuß mit  einer unbetonten Silbe (-) und betonten Silbe (+). Jambus: (- +)

 

Trochäus

Der Trochäus ist ein zweisilbiger Versfuß, der aus einer betonten (+) und einer unbetonten Silbe (-) besteht. Trochäus: (+ -)

 

Dakylus

Der Daktylus besteht aus einem dreihebigen Versfuß, mit einer betonten (+) und zwei unbetonten Silben (- -). Daktylus: (+ - -)

Anapäst

 

Der Anapäst ist ein dreihebiger Versfuß, der aus zwei unbetonten (- -) und eine betonten Silbe (+) besteht. (- - +)

 

 


 

Diese Themen werden im Kapitel "Gedichtinterpretation" behandelt:

Reim und Reimschema in der Gedichtinterpretation: Lernen an Stationen. Stationenlernen für Gedichtinterpretationen. Die Gedichtinterpretation im Deutschunterricht - Unterrichtseinheit und Unterrichtsmaterial. Die Sprache im Gedicht. Gedichtinterpretationen: Ein Gedicht interpretieren und ergänzen.   Zwei verschiedene Gedichtinterpretation mit Übungen.

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