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Der Wolf und der Jäger

1 Ein Wolf wurde von den Jägern heftig verfolgt und da er schon ganz müde und schwanend war, so verzweifelte er an seiner Rettung. 2 Von ungefähr begegnete er in letzter Seunde einem Holzhaer, der ihn auf vieles Bitten in seine Hütte aufnahm und ihn in einem Winel versteckte.
3 Bald darauf kamen die Jäger bei seiner Hütte an und fragten, ob er den Wolf nicht gesehen habe. 4 Er antwortete ihnen mit 'Nein', gab ihnen aber zugleich mit Finger und Augen ein Zeichen, dass er in seiner Hütte verborgen sei. 5 Sie suchten, fanden ihn aber zum Glü nicht und zogen wieder weiter.
6 Der Wolf nachte sich nun aus dem Staube, ohne dem Holzhaer für den Zufluchtsort zu danen. 7 Der Holzhacker warf ihm seinen Undan vor, der Wolf aber antwortete: „Ich würde nicht ohne Daneswort von dir scheiden, wenn deine Hand und deine Augen in Wirlichkeit mit deinen Worten übereingestimmt hätten.“
8 Wer wahre Erkenntlicheit fordert, darf keine zweideutigen Dienste geleistet haben.
Nach Äsop