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Deutsch I
La Fontaine Fabeln
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Übungen zu Fabeln |
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Fabeln von La Fontaine (1754 - 1813) online lesen
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La
Fontaine
(1621–1695)
(Aussprache: La Fontän)
Der Rabe und der Fuchs
Im Schnabel einen Käse haltend, hockt
auf einem Baumast Meister Rabe.
Von dieses Käses Duft herbeigelockt,
spricht Meister Fuchs, der schlaue Knabe:
„Ah, Herr von Rabe, guten Tag!
Ihr seid so nett und von so feinem Schlag!
Entspricht dem glänzenden Gefieder
auch noch der Wohlklang Eurer Lieder,
dann seid der Phönix Ihr in diesem Waldrevier."
Dem Raben hüpft das Herz vor Lust. Der Stimme Zier
möcht' er nun lassen schallen;
er tut den Schnabel auf – und lässt den Käse fallen.
Der Fuchs nimmt ihn und spricht:
„Mein Freundchen, denkt an mich!
Ein jeder Schmeichler mästet sich
vom Fette dessen, der ihn gerne hört.
Die Lehre sei dir einen Käse wert!"
Der Rabe, scham- und reuevoll,
schwört, etwas spät, das ihm so was nie mehr passieren soll.
Der Rabe und der Fuchs als Fabel von Äsop

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Deutsch Lesen: Fabeln im Deutschunterricht -
Merkmale der Fabel |
Die folgenden Merkmale enthalten viele Fabeln
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Tiere und Pflanzen treten in der Fabel als
Menschen auf.
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Menschliche Schwächen wie Neid, Dummheit, Geiz, Eitelkeit und so
weiter sind Thema der Fabeln.
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Meist kommen nur 2 Tiere in der Fabel vor.
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In einer Fabel wird keine genaue
Zeit genannt.
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Es wird kein genauer Ort genannt.
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Fabeln sind kurz.
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Fabeln enthalten keine genauen
Schilderungen.
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Eine Fabel steht in der Vergangenheit.
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Fabeln haben mit dem wirklichen
Leben der Menschen zu tun.
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Wichtige Leute (Könige) werden in
manchen Fabeln versteckt angegriffen.
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Am Ende einer Fabel steht oft, was man
aus der Fabel lernen kann
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Fabeln sind in 3 Teile gegliedert.
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Ausgangssituation
(Überschrift, wie ist
die Situation)
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Rede
und Gegenrede
(Streit,
Streitgespräch)
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Lösung
(Die Lösung und die Moral der
Fabel)
Die
einzelnen Teile müssen nicht alle in einer Fabel enthalten
sein.
Die folgende Fabel ist sehr typisch:
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Der Esel und der Wolf
Ein Esel begegnete einem hungrigen Wolfe.
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„Habe Mitleiden mit
mir", sagte der zitternde Esel, „ich bin nur ein armes,
krankes Tier; sieh nur, was für einen Dorn ich mir in den Fuß getreten
habe!"
„Wahrhaftig, du dauerst mich", versetzte der Wolf,
„und ich finde mich mit meinem Gewissen verbunden, dich von diesen
Schmerzen zu befreien." |
Kaum war das Wort gesagt, so ward der Esel zerrissen.
Mitleid ist für den Mächtigen
kein Grund, Gnade walten zu lassen.
Gotthold Ephraim Lessing |
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Über
die Fabel - Martin Luther
Alle Welt hasset die Wahrheit, wenn sie einen trifft.
Darum haben weise hohe Leute die Fabeln erdichtet und lassen ein Tier mit dem anderen reden, als wollten sie sagen: Wohlan, es will niemand die Wahrheit hören noch leiden, und man kann doch der Wahrheit nicht entbehren, so wollen wir sie schmücken und unter einer lustigen Lügenfarbe und lieblichen Fabeln kleiden; und weil man sie nicht will hören aus Menschenmund, dass man sie doch höre aus Tier- und Bestienmund.
So geschieht's denn, wenn man die Fabeln liest, dass ein Tier dem andern, ein Wolf dem andern die Wahrheit sagt, ja zuweilen der gemalte Wolf oder Bär oder Löwe im Buch dem rechten zweifüßigen Wolf und Löwen einen guten Text heimlich liest, den ihm sonst kein Prediger, Freund noch Feind legen dürfte.
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